Energiefresser Bitcoin

Der Schweizer Journalist Hannes Grassegger hat gerade darüber berichtet, wie er beim Zocken mit der Kryptowährung “Ether” aus 500 Franken in gut 18 Monaten sagenhafte 60 000 Franken machte. Es ist eine Geschichte, die gut in die Zeit passt – die mediale Aufmerksamkeit für Kryptowährungen scheint gerade einen (vorläufigen) Höhepunkt erreicht zu haben: Dem “Heute Journal” waren sie heute Abend ein Meldung wert, die Bundesbank warnt vor Bitcoins, zugleich aber ist der Kurs weiter auf “Rekordjagd”.

Grassegger hat sich seinen Gewinn auszahlen lassen und überlegt, von dem Geld einen Tesla zu kaufen, wie er schreibt. Ich weiß nicht, ob der Kauf eine Art Ablasshandel sein sollte, aber die versteckte Pointe entbehrt nicht einer gewissen Ironie: Denn aus ökologischer Sicht sind Kryptowährungen offensichtlich eine einzige Katastrophe. Einerseits führt der Run auf das digitale Geld dazu, dass Chiphersteller eigens 747-Maschinen anmieten, um den Kundenwünschen gerecht zu werden; diese brauchen immer die neuesten und schnellsten Rechner, um die Währung produzieren und handeln zu können. Andererseits frisst das sogenannte “Mining”, also das auf Rechenoperationen basierende Schaffen des Geldes, absurd viel Energie. Das ist nicht ganz neu, schon vor ein paar Jahren gab es darüber erste Meldungen. Jetzt aber erklärt der “Digiconomist”, dass die weltweite Bitcoin-Schürfer-Gemeinde bereits mehr Strom verbraucht als 159 Nationen. Tendenz: stark steigend. Das ist auch deswegen eine schlechte Nachricht, weil die meisten Server zum Herstellen von Bitcoins im Kohlekraft-Land China stehen.

Einige NGOs und Umweltschutzorganisationen scheint das bislang allerdings nicht zu stören. Greenpeace USA, der BUND, “The Water Project” und Bürger Energie Berlin nehmen Spenden nicht nur als herkömmliche Überweisung an. Sie akzeptieren auch Bitcoins.

(Das Aufmacherfoto habe ich bei Unsplash.com gefunden und stammt von Luca Bravo)

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