High-Tech macht Reparaturen teurer (wenn diese überhaupt noch möglich sind)

Hersteller von Autos bauen immer mehr Technik in ihre Produkte ein. Neben dem Traum, Fahrzeuge so eines Tages autonom fahren lassen zu können, wollen sie damit auch die Sicherheit der Insassen erhöhen. Was auch gelingt, wie der Autor dieses Artikels erklärt. Die Wahrscheinlichkeit, nach einem Unfall unversehrt auszusteigen, ist größer geworden. Für Fahrer hat das aber nicht nur Vorteile. Denn: Je mehr Chips, Sensoren, Kameras, Radar-, Lidar- und GPS-Systeme ein Auto enthält, desto teurer wird es bei einer Reparatur.

Wie eine
Untersuchung der American Automobile Association zeigt, können selbst
kleine Schäden an State-of-the-Art-Stoßstangen oder Windschutzscheiben
schnell Mehrkosten von 800 bis 2000 US-Dollar nach sich ziehen. Und da
künftig auch Kleinwagen mit den neuen Technologien versehen werden,
deren Fahrer nicht immer zu den Besserverdienern zählen, können Autos
noch mehr zur sozialen Frage werden als bisher. 

Denkt man das weiter, ergeben sich noch andere Probleme. Denn auch Türschlösser, Kühlschränke, Klimaanlagen, Industrieanlagen und vieles mehr werden ans »Internet of Things« angeschlossen. Und wer diese bei einem Defekt reparieren lassen möchte, muss dann womöglich ebenfalls tiefer in die Tasche greifen.

Sofern man diese Geräte überhaupt noch (selbst) reparieren kann. Schon seit längerem wird es ja zunehmend schwerer, private Geräte wieder in Stand zu setzen, weshalb Bastler soweit gehen, dass sie ein anderes Design und ein »Grundrecht auf Reparatur« fordern. Eine dazugehörige Campact-Petition wurde bereits von mehr als 24.000 Menschen unterschrieben.

Angesichts
der mächtigen Bestrebungen vieler Industrien, alles
durchzudigitalisieren, verblasst diese Gegenbewegung allerdings. Die
Tonnen über Tonnen an Elektroschrott, die aus aller Welt auf Müllhalden
wie in Agbogbloshie in Ghana landen, werden wohl erstmal weiter zunehmen.

(Dieser Text ist zuerst bei Piqd erschienen)

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